Nun ist es passiert! Vor 2 Wochen noch hatte meine Ziehtochter eine dicke Mandelentzündung und das auch noch zur Konfirmation. Der Arzt verschrieb ihr Antibiotika, Bettruhe, viel trinken und gurgeln. Die Konfirmation war echt in Gefahr. Wir wollten schon dem Pastor bitten sie eine Woche später zu konfirmieren, und die Feier möglichst klein halten, aber feiern.
Mit viel Pflege und Ruhe haben wir es dann aber doch geschafft, alles ging glatt über die Bühne und außer das unsere Tochter nach der Feier sofort ins Bett gegangen ist und einschlief, war es sehr schön.
Die Mandelentzündung ging in den nächsten Tagen erwartungs- gemäß zurück und sie konnte auch wieder zur Schule gehen.
Die üblichen Verabredungen wurden getroffen und man freute sich auf den Freitag. Denn am Freitag war der Tag der Tage. Eine große Menge an Freunden hatte sich verabredet auf den Jahrmarkt zu gehen und, wie sollte es anders sein, beim Autoskooter zu schillen. Der Höhepunkt für den April. Alle Vorbereitungen liefen auf Hochtouren, am Dienstag wurde schon mal ausprobiert welche Frisur getragen wird, das Make - up wurde in langen dauer Telefonaten mit der besten Freundin besprochen und die Klamotten die noch zu waschen waren lagen unaufgefordert vor der Waschmaschine. Die Stimmung war gut. Sehr gut sogar. Wer kennt das nicht, wenn die Teenies sich auf etwas freuen dann wird auch schon mal dies oder jenes im Haushalt freiwillig erledigt. Vielleicht springt da ja auch noch der eine oder andere Euro ab.
Am Mittwoch verlief der Morgen wie immer. Die Kinder standen auf und machten sich auf den Weg in die Schule oder Praktikum. Es war so gegen 10 Uhr als die Wohnungstür aufgeschlossen wurde und unsere Tochter vor uns stand. Was war passiert? Ist die Schule abgebrannt, die Lehrer sind krank, ist sie von der Schule geflogen? Was war denn nun fragten wir sie.
Ich habe Halsschmerzen und kann kaum schlucken oder reden, krächzte es aus ihr raus. Ein blick in den Hals bestätigte ihre Schmerzen. Der Rachen war rot aber die Mandeln waren ok. Leichtes Fieber hatte auch noch seinen weg gefunden. Ein sofortiger Anruf beim Arzt bracht jedoch nicht den Termin noch am gleichen Tag.
Donnerst ging es zum Arzt. Diagnose: Bakterielle Halsentzündung. 3Tage Bettruhe viel trinken und gurgeln. Das war uns ja gut bekannt. Zu hause angekommen viel unsere Tochter ein das ja morgen Freitag ist. Der Tag der Tage. OH SCHRK OH GRAUS!?! Mutti da muss ich hin! Das geht gar nicht, das ich nicht dabei bin. Es Ist doch der Tag der Tage. Es ist alles Vorbereitet. MUTTI ICH MUSS DA HIN !!!!
Wir beriefen uns auf die Aussage des Arztes. Nein mein Kind. Bettruhe ist angesagt. Keine Schule und keine Unternehmungen.
Heul, seufz und die Zimmertür knallte zu.
Der Freitag war angebrochen und wir hatten uns darauf verständigt, wenn der hals einigermaßen besser aussieht das sie dann eventuell zur schule gehen könnte und nach einer Mittagspause dann auf den Jahrmarkt könnte. Jedoch der Hals war immer noch feuerrot. Nichts zu machen! Bettruhe!
Ein stechender Blitz traf uns um 7 Uhr morgens und eigentlich hätten wir sofort tot umfallen müssen.
Die Zimmertür geht heute bei unserer Tochter nur auf um ins Bad zu gehen oder in die Küche. Ein erbarmungsloser Seufzer geht dann durch die Wohnung und man kann ihre Spur anhand der Tränenflecken auf dem Lamminat verfolgen. Ja es tut auch uns weh, ihr den Tag so zu versauen aber wir machen es ja nicht um sie zu ärgern. Auch wenn sie es so nicht sehen mag, im Moment jedenfalls, sind wir die Bösen.
Nun mal ehrlich, manchmal macht es ja auch spaß der Böse zu sein, nur heute nicht, denn ich kann es gut verstehen und wir hätten es ihr ja auch gegönnt.
Was für ein schei…….. Tag.
Ich glaube ich werde heute was schönes kochen und Eis zum Nachtisch.
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